„Frische Hühnerflügerl“

Ich bin eigentlich bekennender Vegetarier. Aber die Ösis können mit ihrer verniedlichenden Sprache sogar einem Veganer das Fleisch schmackhaft machen. Ja, wenn ich in Deutschland lese: „Frische Hähnchenflügel“, da denk ich gleich an ermordete Vögel in der Massentierhaltung. Ganz anders die „Hühnerflügerl“ in Österreich. Die verniedlichen dieses tote Fleisch so, dass man glaubt, man würde den Hühnern etwas Gutes tun, wenn man ihre kleinen „Flügerl“ kauft!

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Favoriten schönsaufen

Wien-Favoriten ist ein großer Bezirk. Der größte Wiens. Und es gibt sicher auch ein paar schöne Ecken dort. Aber seien wir ehrlich- viele wollen da einfach raus. Es erinnern doch die meisten Gebäudekomplexe und Schmuddelstraßen- und Ecken an mißlungene Integration einer gut durchmischten Bevölkerung aus einer oft ehemaligen Arbeiterschicht in die an sich doch sehr noble Stadt. Alleine will ich zum Beispiel nicht in Favoriten unterwegs sein. Weiß nicht, warum. Aber im Zweiten musst du ja auch schon mit einer Gaspistole oder einem Springmesser bewaffnet sein, wenn du um gewisse Ecken biegst. Jedenfalls bin ich nicht nur einmal an Orten in Favoriten gelandet jenseits des Viktor-Adler-Marktes, sehr sehr weit weg von irgendwas, das an Zivilisation erinnerte- kein Bus, keine Bahn, kein richtiger Bürgersteig, dafür Lokalitäten, die den eingefleischten Favoritnern das Leben versüßen sollen- sie profitieren davon, dass da sonst einfach gar nichts ist und wer Alkohol ausschenkt, hat in solchen Schmuddelstraßen- und Ecken schon gewonnen. Jedenfalls hatte ich da mit zwei Bewohnern von Wien ein Streitgespräch. Der eine sagte, es gäbe wunderschöne Stellen in Favoriten, man denke nur an Oberlaa. Der andere sagte, es sei doch alles Mist in Favoriten, leben könne man da nicht. Alle leben da, weil sie müssen und weil es nicht so teuer ist wie in anderen Bezirken. Ich muss sagen, trotz Oberlaa kann ich auf Favoriten im Allgemeinen gut verzichten. Irgendwie verliert man, sobald man dort irgendwo gelandet ist, jede Hoffnung. Und was macht man dann? Natürlich: Favoriten schönsaufen. Nicht umsonst gibt es genug Lokalitäten, die das anbieten, denn wenn du keine Hoffnung hast und trotzdem weiterleben musst- was willst du denn sonst tun?

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Hurra, das Donauzentrum brennt

Ich dachte nicht, dass ich noch einmal da hin komme. Und schon gar nicht freiwillig. Ich hasse das Donauzentrum, weil ich Einkaufszentren generell für eine Art Massentierhaltung für Menschen halte. Eingepfercht in Kästen ohne Frischluft mit tausenden Humankakerlaken, die scheinbar weder zur Schule, noch zur Arbeit gehen müssen, geschweige denn etwas Besseres zu tun haben, als in eine Mall zu gehen. Mir käme beispielsweise nie in den Sinn, zu einem Bekannten zu sagen „Treffen wir uns im Donauzentrum“. Aber das tun viel zu viele und sie alle schwimmen wie die Sintflut über dich drüber, wenn du erst einmal drin bist. Jedenfalls verdränge ich jeden Gedanken an dieses abstoßende Einkaufszentrum, aber heute konnte ich es nicht. Ich erblickte wie der Zufall es will (ich war es nicht, ich habe das Feuer nicht gelegt, ich schwör‘, Mann!) Einsatzwägen in der Ferne und eine Rauchwolke, die mir nach einiger Zeit nicht mehr als harmloser Cumulus erschien. Trotz meiner Abneigung entschied ich, mit meinem Begleiter hinzugehen und ich sage Ihnen, noch nie habe ich so viele vergnügte Leute einen brennenden Gebäudekomplex mit ihren Handys filmen und fotografieren sehen. Ob Reporter oder Schaulustige- alle lachten und schauten amüsiert zu dem Einkaufszentrum mit den schwarzen Rauchschwaden, zu den Feuerwehrleuten, den Einsatzfahrzeugen- jeder war fröhlich, denn so eine Action passiert ja nicht jeden Tag. Nach einiger Zeit waren alle TV-Sender Österreichs versammelt und alle schauten gebannt auf die Rauchschwaden- “leider geil“, wird sich ein jeder von uns gedacht haben. Mir persönlich ist es nicht schade um da blöde Donauzentrum, wirklich. Fragt dann ein Reporter unseres Vertrauens den Chef-Feuerwehrsprecher: „Und warum steigt da schwarzer Rauch auf?“ Sagt der Feuerwehrmann: „Weil der Papst noch nicht gewählt worden ist.“ Als wir nach einiger Zeit das unglaublich spannende Geschehen betrachtet hatten, das wir, wie alle anderen Gaffer, von mehreren Seiten handysierten und facebookierten, um ja kein bißchen Rauch zu verpassen oder die schwindelfreien Feuerwehmänner mit ihren Kettensägen am Dach des mehrstöckigen Komplexes, stieg endlich weißer Rauch auf. Das war das Zeichen, dass wir gehen konnten, obwohl es mich, wie die anderen Dummglotzer, wie magisch hinzog, dort zu bleiben und dauernd draufzustarren auf die vielen Fernsehkameras von den TV-Sendern, auf die Einsatzkräfte, die Action am Dach und schließlich auf jeden, der dazukam, um ein bißchen von dem giftigen Rauch, der dank des Windes sich super über die Gegend verteilte, abzubekommen und ein Selfie zu machen oder ein Video zu drehen. Frage mich, wie viele Fotos und Videos von dem leider geil brennenden Donauzentrum heute gepostet wurden?

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Kärnten vs Niederösterreich

Letztens traf ich einen Bekannten aus Niederösterreich. Er wohnt schon viele Jahre in Kärnten und das scheint auch so zu bleiben. Nichtsdestotrotz hat er, wie übrigens so mancher, begonnen, so über Kärnten und die Kärntner zu schimpfen, dass ich mich gefragt habe, warum er, wenn er die Leute und das Land so verabscheut und sie für „ein eigenes Volk“ hält, in Kärnten lebt? Und sehen die Kärntner die Niederösterreicher auch so kritisch? Oder ist der Zuzug von Kärntnern nach Niederösterreich so gering, dass man da keinen Vergleich anstellen kann? In Wien jedenfalls liebt man die Kärntner. Ja, die Wiesn, die Trachten, die Popmusik- das ist bei den Kärntnern alles noch ganz urig und nicht so aufgetakelt wie in Salzburg oder Oberösterreich. Die Kärntner- die meinen das wirklich so und am 10. Oktober werden Fahnen gehisst und Fackelzüge mit Trachtengruppen finden statt- von heimatlichem Gesang begleitet und einem Priester mit dazu. Am Ende ist es doch dieses „eigene“, was die Leute nach Kärnten zieht- dieser leidenschaftliche Nationalismus, der als Liebe zur Heimat ohne Scham und Genierer demonstriert wird und in jedem Dorf- und Gemeinde-Gesangsverein besungen. Und wir lieben doch die Kärntner Trachten und dass die die wirklich zu jedem Anlass tragen- in der Kirche dürfen sie jedenfalls nicht fehlen und auch nicht bei den zahlreichen Heiligenfeiern, die mit Chorauftritten, einem deftigen Schmaus und reichlich hausgebranntem Schnapserl begangen werden. Ja, das alles fehlt halt im ungläubigen Wien- ob es in Niederösterreich genauso heimatliebend zugeht, ist die Frage, die nur ein Kenner beantworten kann. Die Kärntner jedenfalls lieben ihr Hamatle und wer das Land der Berge und der Seen nicht zu schätzen weiß, soll halt dorthin gehen, wo er hergekommen ist.

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Kein Herz für Kinder

Der Drogeriemarkt meines Vertrauens sagt auf der angeblich so regenwaldschonenden Tragetasche, ich soll an der Kassa den Centbetrag meiner Rechnung aufrunden und damit Wunder bewirken. Ja, da würden Mütter mit Kindern in Not unterstützt. Aber braucht man das in Österreich? Ist das nicht das Land mit den größten Sozialleistungen? Und außerdem denke ich, dass diese Hilfe immer irgendwie nur an bestimmte Leute geht, denn als man selbst ein Kind war und in einer Notlage war, ist kein Sozialverein gekommen und hat einen unterstützt. Muss man für die Hilfe besonders angezogen sein? Abgetragene Kleider und löchrige Schuhe? Und dann ist da noch die Sache mit den Müttern und den Kindern- wer weiß, ob die mir überhaupt sympathisch sind? Ich vertrete ja die Ansicht, dass Weiber, die sich selbst das Leben nicht leisten können, sich nicht auch noch einen Pulk Kinder anschaffen sollten, um sich dann durch die Gegend zu schnorren. Natürlich gibt es Ausnahmen wie eine Krebserkrankung- aber ich würde halt auch gerne wissen, um welche Mütter mit ihren Kindern es sich handelt. Es ist ja alles schön und gut, dass viele von denen auch aus Kriegsgebieten kommen, aber bitte: Wer denkt bei Krieg und Terror an Sex und Kinderzeugen? Ich meine, wenn man diese Leute weiterfinanziert- was für eine pädagogische Wirkung hat das?

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Die „Bildungsreisen“ von RSD: Was fast nix kostet, kostet am Ende mehr!

Liebe Freunde des Billig-Urlaubs, auto touring lädt Sie nicht exclusiv zu mehreren Traumreisen ein, die fast nix kosten! Wunder über Wunder, dass eine über einwöchige Reise samt Flug, Hotel, Verpflegung und Bus unter zweihundert Euro kostet! Da das auto touring-Magazin nurmehr eine mit Krawatten- und anderer unnötiger Werbung vollgestopfte Promotion-Zeitschrift ist, liest man sich durch pfundweise Prospekte und kommt auf interessante Entdeckungen. Wirklich, ich war schon kurz davor, zu buchen. Ist doch geschenkt! Und schauen Sie sich nur diese traumhaften Bilder an- Sonne satt, alles wiegt sich in Mittelmeerwärme und traumhaften Kulissen! Ja, da will man hin, da, wo es so schön warm ist! Nur leider wird man, wenn man denn den „Sparpreis“ nutzen will, zu diesen wunderbaren Bildern nie kommen und sich eher bibbernd in der Kälte eine Grippe holen- den Preis auf dem Prospekt gibt es nämlich nur im Dezember und Januar und wer hat schon Mal Zypern und Kroatien in diesen Monaten erlebt? Die Flüchtlinge der Mittelmeer-Balkanroute können da ein Lied davon singen, wie traumhaft „warm“ und sonnig es ist- der Jugo und der Bora-Wind pfeifen einem die Seele aus dem Leib! Das satte Grün ist eher ein trübes und braunes Grau und anstatt kurzen Hosen und Bikini wird man sich wohl ein Mützchen und die Jacke anziehen dürfen. Man soll also vergleichen und Geld sparen, sagt RSD-Reisen: Na ja, in allen übrigen Monaten wird die Reise immer teurer und steht in keinem Unterschied mehr zu einer normalen Pauschalreise, wobei nicht einmal alle Monate hier angeboten werden, sondern nur die Miesewetter-Nebensaison. Aber das Schönste kommt noch: Achten Sie auf die interessanten Keiler-Parallelen in beiden Prospekten, wo es heißt, man besuche eine traditionelle Teppichknüpferei, wo einem was angedreht wird, dann besucht man eine Schmuckfabrik und eine Lederfabrik. Kommt Ihnen aus Ägypten bekannt vor, wo man durch Parfum- und „Kunsthandwerk“-Fabriken geschleift wird, ohne es zu wollen? Ich finde ja, den Leser mit den Bildern aus dem Sommer so fies zu täuschen sollte vom Konsumentenschutz sanktioniert werden und was den Besuch von „Manufakturen“ und Krempel-Standln in „malerischen Gässchen“ angeht, so werfe ich mein Geld, wenn ich welches habe, lieber gleich in die Grüne Tonne!

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„Schappen“ bis der Kragen platzt

Vor den Hausierern kann man nicht entfliehen- besonders nicht am Kärntner Land, wo der „Tag der unschuldigen Kinder“ damit verbracht wird, dass Bangerten an deine Haustür klingeln, mit so etwas wie einer Rute in der Hand, und dich Mal „schappen“ wollen- dir auf den Hintern hauen, damit du ihnen Geld und Süßigkeiten in ihren Bettelbeutel tust. Wie bei allen solchen überflüssigen Zeremonien geht es wohl um Kohle sowie Geschenke für die Bälger und weniger um Gesundheit und Glück für den „Geschappten“. In Erwartung anderen Besuchs habe ich schon dem zwanzigsten Bangert die Türe geöffnet, um es wegzuschicken, denn es hat sich scheinbar noch nicht im Dorf herumgesprochen, dass bei uns ausgesprochene Kinderhasser verweilen, die keine Kinder wollen und die an so etwas wie unschuldige Kinder auch nicht glauben! Besonders gern habe ich es, wenn bösartige Bangerten als unschuldige Kinder bezeichnet werden- gewalttätige, psychedelische, verzogene Bälger, die uns allen das Leben zur Hölle machen, so dass wir jeden Tag die Wiederankunft des Herodes erflehen!

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Ganslgeschichten 3

Wieder einmal in einem Wiener Wirtshaus: Jemand bestellt Gansl (es ist ein Wahnsinn, wie viele unglückliche Gansln wegen irgend einem Traditions-Schmäh qualvoll gemästet werden, gerupft werden und sterben müssen). Ich bin schon etwas irritiert, weil in dem vollen Wirtshaus ein paar offensichtliche Bekenner des muslimischen Glaubens sitzen, die weder an dem Lokal, noch an seinem hausgemachten Bier oder seinen Speisen interessiert sind und Leuten Plätze wegnehmen, die händeringend nach welchen betteln. Die Herren trinken- welch Schreck- Cola und essen irgendwas mit Reis, genauso wie einige Touristengruppen. Cola und S* mit Reis- deswegen geht man in ein Wiener Wirtshaus? Na ja. Vielleicht ist aber das Wirtshaus auch nicht mehr das, was es einmal sein sollte, denn zu dem Gansl werden statt Kartoffelknödeln Semmelknödel serviert und die Leute sind nicht zufrieden. Allerdings- keine Beanstandung beim Personal. Dabei ist das Motschkern in Österreich doch Tradition? Es ist traurig, wenn Fusionsküche aus Wien irgend so eine Massentourismus-Stadt der Beliebigkeit macht, in der wohl nur mehr die Manner-Schnitten alle wunschlos glücklich machen.

P.S. Ich habe in der ganzen Gansl-Zeit noch keinen gesehen, der begeistert dieses arme Tier verspeist hätte und alle sagen, früher sei alles besser gewesen. Kann das aber sein oder sind das vielleicht verfälschte Erinnerungen?

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Ganslgeschichten 2

Letztens gehen wir in ein weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekanntes Wiener Restaurant. Wir haben Glück, einen Platz zu bekommen, denn das Lokal ist immer gerammelt voll und ohne Reservierung geht da gar nichts. Darüber hinaus ist Martini-Gansl-Zeit und das macht alles nicht besser. Die Tische soweit zusammengeschoben, dass niemand durchkommt, doch das ist allen egal, denn scheinbar kommt das Essen direkt aus dem Himmel. Mein Begleiter will- was sonst- Martinigansl und ist ganz enttäuscht, denn das gibt es nur gegen Vorbestellung. Aha, denk ich mir- genauso gehört es- das wird sicher ein gutes Gansl sein, wenn man es vorbestellen muss. Er bestellt sich derweil etwas anderes, während ich keinen Appetit habe und bei mir dieses vollgestopfte Lokal voll von Familien mit Kindern und Reisegruppen Panik und Platzangst verursacht und nun wirklich kein Wohlgefühl. Neben uns setzen sich, nachdem mein Begleiter also sein Essen bekommen hat und ich meinen Ekel über die fressenden Menschenmassen mit einem Glas Bier versuche, herunterzukippen, zwei ältere Damen. Was ich dann daneben höre und rieche, klärt mich und meinen Begleiter auf. Sie haben ein Gansl reserviert. Bekommen tun sie ein stinkendes, wirklich schon nach ranzigem Fett überlriechendes Stück Gansl, das offensichtlich nicht zum ersten Mal wiederaufgewärmt wurde und alt ist. „Voller Sehnen und Stückerln“- sagt die eine Dame, die große ungenießbare Teile des „Schmauses“ aus ihrem Mund nimmt und auf den Teller legt. Das Rotkraut- „als wäre ein Topf voll Zimt da hereingefallen, das muss denen doch auffallen, die müssen das doch abgekostet haben!“- sagt die andere Dame. Sauce gibt es nur sehr sparsam (auch die stinkt) und als die Damen endlich einen Kellner erwischen, um zusätzlich Sauce zu bestellen, kommt die, als sie schon fertiggegessen haben. Ich habe wirklich noch nie so ein stinkendes Fleisch und Beilagen (ranzig, alt und voller Zimt) irgendwo neben mir gerochen, aber als der Kellner fragt, ob es geschmeckt habe, traut sich keine der Damen, eines der langen Monologe über das miese Essen zu führen, die sie vorher getätigt haben. „Nie wieder Gansl an Martini!“ sagt die eine Dame. „Du siehst ja, wie voll das ist, das ist unmöglich! Gansl gibt es doch den ganzen November lang! Ich geh nächste Wochn‘ in ein anderes Lokal.“ Na ja- ob es der Dame dort besser schmecken wird? Ich meine, was erwartet ihr- dass dieses Gansl, das Millionen Touristen mitfressen wollen, wirklich frisch ist? Ihr habt ja scheinbar sowohl Geschmacks- als auch Geruchssinn verloren und den gesunden Menschenverstand mit dazu!

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Ganslgeschichten 1

Meine Bekannten wollten Martini-Gansl essen. Ich persönlich habe das Gansl lieber a la Nils Holgersson als freundlichen Gefährten und nicht als namenloses Schlachtvieh, aber ich dachte mir: Wo, wenn nicht in Kärnten kann ich mit halbwegs gutem Gewissen die Freunde ein Gansl essen lassen? Immerhin, der Wirt war bekannt für seine gute Küche und ich war froh, dass er jetzt mehr in der Nähe ein Lokal führte, denn ich war von seinen Fertigkeiten überzeugt. Er ist ja auch von diversen Zeitschriften kulinarisch gelobt worden und so viele Leute können doch nicht irren? Nun ja. Das Gansl war verdächtigerweise in ein paar Minuten fertig. Wir wunderten uns Tage vorher, dass man für den angeblichen Gansl-Schmaus gar keinen Platz reservieren musste- was normalerweise üblich ist, denn so eine Gans zuzubereiten kostet Arbeit, Zeit und Geld und die Gans ist nicht in fünf Minuten ausgebraten wie ein Schnitzel. Ich hatte einige Zeit zuvor zufällig beim Billa ein fast fix und fertiges Gansl for everybody von Wiesbauer gesehen und noch darüber gewitzelt. Mir kam nun im Wirtshaus der Verdacht, dass genau dieses Gansl im Ofen des Wirten war. Die Schamesröte kam mir ins Gesicht, denn ich hatte glückliche Kärtner Gansln beim Bauern meines Vertrauens gesehen- das sieht man immer daran, dass sie einen Riesen-Auslauf haben und ein blitzsauberes Gefieder- das sind wirklich zufriedene Gansln gewesen, aber leider kommen die wohl auf ganz andere Teller. Dieser Gansl-Schmaus war ein Express-Gansl-Graus und eine wiederaufgewärmte Frechheit. Ich weiß nicht, was mit dem Wirten passiert war, dass er jetzt wirklich ohne Genierer Fabrik-Gansln aus dem Supermarkt den Leuten vorsetzt, aber meine Freunde schauten mich, nachdem sie den Mist, für den die armen Gänse umsonst  getötet worden waren, mehrmals zurückgeschickt hatten, an, als hätte ich sie belogen- aber woher hätte ich denn das wissen sollen? Wenn der Wirt schummelt- ist das denn meine Schuld? Das nächste Mal nehme ich meine Freunde zum „Gansl-Schmaus“ ins nächste McDonalds mit!

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